Zubereitung und Konsum

Aktualisiert: Jan 18

Die Zubereitungsart des Kaffees ändert sich je nach Kultur, nationalen Gepflogenheiten oder persönlichem Geschmack. Kaffee wird meist getrunken, hierzu wird die Bohne je nach Zubereitungsart in verschiedene Feinheitsgrade vermahlen. Die ganze Bohne kann auch gegessen oder zur Zubereitung von Kuchen und Pralinen verwendet werden.

Bei der Flüssigzubereitung wird er mit heißem Wasser zubereitet. Für die meisten Zubereitungsmethoden wird Wasser unterhalb des Siedepunktes verwendet. Ist die Wassertemperatur zu niedrig, schmeckt der Kaffee dünn, alt und sauer, ist das Wasser zu heiß, werden die Bitterstoffe vermehrt aus dem Kaffeepulver gelöst und beeinflussen den Geschmack.



#1 Zubereitung mit dem Handfilter

Der Handfilter ist einer der Klassiker der Kaffeezubereitung. Nachdem er noch in den mittleren Dekaden des vergangenen Jahrhunderts eine dominierende Rolle in Omas Küche spielte, sehen wir heutzutage wieder ein deutliches Comeback - mit Recht! Kaum eine Zubereitungsmethode ist so einfach wie der Handfilter und kann gleichzeitig so leckeren Kaffee produzieren.

So funktioniert's:

Optimalerweise nimmst du 12 Gramm filterfein gemahlenen Kaffee für eine Tasse (ca. 200ml). Eine Feinwaage ist wirklich ein toller Helfer und die Präzision sollte für den Geschmack nicht unterschätzt werden - solltet ihr dennoch keine Waage haben 12 Gramm sind ungefähr ein gehäufter Esslöffel. Der Mahlgrad deines Kaffees sollte etwa Speisesalz-fein sein.
 Den Papierfilter in deinem Handfilter solltest du vor der Benutzung mit heißen Wasser aus dem Wasserkocher ausspülen, dies beseitigt eventuellen Papiergeschmack und bringt den Filter auf eine gute Temperatur.


#2 Zubereitung mit der Filterkaffeemaschine


Die Filterkaffeemaschine funktioniert nach einem ganz ähnlichen Prinzip wie der Handfilter - der wesentliche Unterschied ist, dass du das Wasser nicht per Hand über die Kaffee gießen musst, sondern die Maschine für einen stetigen leichten Wasserfluss sorgt. Entgegen ihres mittlerweile eher angestaubten und qualitativ minderwertigen Images ist die Zubereitung von Kaffee mit der Filterkaffeemaschine eine Möglichkeit wirklich soliden, guten Kaffee zu produzieren.

So funktioniert's:

Beim Mahlgrad gilt bei der Filterkaffeemaschine ähnliches wie beim Handfilter: etwa so fein wie Speisesalz sollte es sein, tendenziell etwas gröber als beim Handfilter, da die Kontaktzeit mit dem Wasser länger andauert und das Kaffeemehl daher stärker extrahiert wird. Auch hier gilt die Faustregel: 12 Gramm Kaffee auf 200ml Wasser ist ein guter Startwert. Wenn dir der Kaffee zu stark oder zu bitter ist, versuche mal, etwas gröber zu mahlen und etwas weniger Kaffeepulver zu verwenden.



#3 Zubereitung mit der French Press

Die French Press heißt nicht nur French Press, sie stammt wohl auch tatsächlich aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts. Bei dieser auch vergleichsweise einfachen Zubereitungsmethode übernimmt ein Metallsieb, das durch das mit Kaffeepulver versetzte Wasser gedrückt wird, die Rolle des Filters. Da kein Filterpapier zum Einsatz kommt, gehen wesentlich mehr Kaffeeöle und - fette in den fertigen Kaffee über. Der Kaffee schmeckt häufig etwas intensiver, voller und weniger "clean" als bei den Kollegen aus der Filterfraktion.

So funktioniert's:

In der French Press wird eine Gesamtziehdauer von ca. 4:30 min angestrebt. Aus diesem Grund muss das Kaffeemehl wesentlich gröber gemahlen werden als bei jeder anderen Kaffeezubereitungsmethode. Eine Partikelgröße wie bei Gries etwa sollte richtig sein. Je feiner das Kaffeemehl im Vergleich ist, desto stärker werden die einzelnen Partikel des Kaffees extrahiert und umso leichter entsteht ein bitterer Geschmack. Ein gutes Rezept für French Press ist das folgende: Mahle ca. 60 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser möglichst grob. Spüle dann die French Press mit heißem Wasser aus. Gib den Kaffee in die Kanne und gieße ca. 150ml Wasser auf. Das Wasser sollte eine Temperatur von etwas über 90 °C haben, 92-93 °C sind perfekt. Lass das Wasser nach dem Kochen daher ruhig noch etwas abkühlen. Nach einer Ziehzeit von 30 Sekunden füllst du das restliche Wasser in die French Press und lässt nochmal 4 Minuten ziehen. Nach insgesamt 4:30 Minuten solltest du mit einem großen Löffel die Schaum- und Kaffeepulverschicht auf der Oberfläche abschöpfen, den Stempel aufsetzen und langsam und vorsichtig den Kaffeesatz auf den Boden drücken. Etwas ruhen lassen und dann frisch eingießen! Richtig zubereitet ist Kaffee aus der French Press ein wahrer Genuss und vor allem eine besonders leichte Methode, um auch größere Mengen Kaffee zuzubereiten!


#4 Zubereitung mit der AeroPress

Bei der AeroPress handelt es sich um eine relativ neue Art der Kaffeezubereitung. Prinzipiell ist die AeroPress eine Kombination aus French Press und Filterkaffee – jedoch zieht der Kaffee etwas länger als beim Handfilter (ca. 1-1,5 Minuten) und wird dann mit einem Stempel durch ein kleines Filterpapier gepresst. Der Unterschied zur French Press besteht daher darin, dass das Papier viele Kaffeeöle und -fette herausfiltert. Beim Kaffee aus der AeroPress handelt es sich um einen sehr klaren, feinen Kaffee, der die Eigenheiten des jeweiligen Kaffees schön herausstellt.

So funktioniert's:

Die AeroPress ist vergleichsweise einfach zu bedienen: Den Kaffee etwas gröber mahlen als Filterkaffee (aber nicht viel, ihr erinnert euch: Speisesalz), 15 Gramm in die AeroPress geben und nach kurzem Umrühren eine Minute ziehen lassen. Nochmals umrühren, durch den Filter pressen, genießen! Aus diesen Gründen bieten wir euch auch unser Starter-Set mit einer AeroPress an - sehr viel einfacher kann man sich qualitativ hochwertigem Kaffee nicht nähern!


#5 Zubereitung mit dem Herdkännchen

Das Herdkännchen ist die klassische Zubereitung der italienischen Haushalte. Ist mal keine Espresso-Bar mit Siebträgermaschine zur Hand, wird klassischerweise der Gasherd angeworfen und ein Mokka zubereitet. Einer der größten Hersteller ist das ebenfalls italienische Unternehmen Bialetti, welches häufig als Synonym für Herdkännchen genutzt wird. Häufig wird davon gesprochen, im Herdkännchen einen Espresso zuzubereiten, was genau genommen nicht ganz korrekt ist. Das längere Getränk, das einem Herdkännchen entstammt, wird daher folgerichtig als Mokka bezeichnet. Besonders etwas dunkler geröstete Kaffees oder explizite Espresso-Röstungen schmecken meist am Besten aus dem Herdkännchen.

So funktioniert's:

Ein Mahlgrad, der etwas gröber ist als ein Espresso-Mahlgrad, passt meistens recht gut. Häufig kannst du ein geschmacklich besseres Ergebnis erzielen, wenn du bereits heißes Wasser in das Herdkännchen gibst, und es dann nur noch die letzten Grade zum Kochen bringst. Das gesamte Kännchen wird dann nicht so heiß, und der Kaffee verbrennt nicht so leicht.


#6 Zubereitung mit dem Vollautomaten


Auch wenn diese Zubereitungsart nicht so richtig in diese „handwerkliche“ Liste passt – dennoch ist die Realität, dass sehr viele einen Vollautomaten haben oder über eine Anschaffung nachdenken.

Die Herausforderung bei der Zubereitung mit dem Vollautomaten: Man kann ihn lieben oder hassen. Kaum eine Zubereitung mit frisch gemahlenem Kaffee ist komfortabler und schneller aber Reinigung, Wartung und das schwankende Geschmackserlebnis stehen auf der anderen Seite.


So funktioniert’s:

Was möchtest du trinken? Kaffee, Espresso, Cappuccino, alles? Das ist wichtig für den Kauf deines Kaffees. Solltest du einen Automaten mit zwei Bohnenfächern haben, ist es einfach: In ein Fach Kaffee, in das andere Espresso. Solltest du nur ein Fach haben, musst du dich eine Kaffeeröstung (meistens milder) Espressoröstung (stärker) entscheiden (ein guter Mittelweg ist unser earlybird für Vollautomaten).

Nun musst du den Vollautomaten einstellen – häufig schwieriger als man denkt. Mahlgrad, Wassermenge und Kaffeemenge haben einen großen Einfluss auf den Geschmack. Ein Tipp ist: Du solltest immer nur eine Einstellung ändern und dann wieder probieren, oft kann es auch 1-3 Kaffees dauern bis die Änderung wirklich in der Tasse ankommt.




Quellen:

https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Kaffee

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